Sonntag, 10. Oktober 2010

Büffeljagd

Nachdem sich die Saison dem Ende zuneigt, die Tage kürzer werden und das erste Eis auf der Windschutzscheibe zu verzeichnen ist, wollte ich es unbedingt nochmals wissen - es fehlte für die heurige Barben-Bilanz noch ein Highlight, ein Ausnahmefisch den man nicht jeden Tag fängt....
Beim Tackledealer wurde ich schon mal voll motiviert....Rainer erzählte von einer 90er Barbe mit 4,8 Kg die in Korneuburg die Woche davor gefangen wurde...nun, das ist kein Ausnahmefisch sondern ein Lebensfisch, also bloß am Boden der Realität bleiben.
Um 08:30h kam ich am Wasser an und checkte mal die Lage.....nachdem der Campingplatz wider Erwarten nach wie vor voll mit Wohnwagen und Zelten war, konnte ich die ursprünglich angestrebte Kehre vergessen.
Ich wählte die große Kehre eines Motorboothafens, aber im unteren, bereits strömenden Bereich - für die jetzigen Temperaturen sollte der Platz optimal sein -tief, mäßige Strömung und sicher reichhaltiges Nahrungsangebot.
Meine Montagen platzierte ich, nach der üblichen massiven Futterkampagne, in etwa 40 Meter Entfernung, also bereits im Hauptstrom, der dort allerdings relativ langsam fließt - auch 80g-Körbe blieben liegen.
Köder wie immer Maden, Futtermischung Timar black, Haferflocken, Semmelbrösel, Maden, Mais....
Es dauerte keine 15 Minuten bis zum ersten Biss...nach einigen Drillminuten zeigte sich eine schöne 65er-Barbe.


Kurz danach ein Biss auf der rechten, vergleichsweise leichten Rute mit Seitenarmmontage - zuerst dachte ich hänge, aber langsam kam etwas Bewegung in die Sache....mit voll ausgelasteter Rute hoffte ich gute 10 Minuten lang, dass der kleine 12er Haken die Belastung aushält und auch nicht ausschlitzt.
Er hielt - und ich stand vor dem Problem eine Barbe die mehr als ein Drittel länger als mein Kescherdurchmesser war dort hinein zu bugsieren.
Gottseidank klappte es und ich konnte 75cm messen und 3,10Kg wiegen -ein Traumfisch!


Nachdem ich den Fisch versorgt und released hatte, meldete sich die Spitze der anderen Rute recht vehement....Anschlag.....und abermals Gegenwehr die seinesgleichen sucht.
Noch dazu hat die Rute eine Länge von 4,35m und ist relativ steif...die Hebelwirkung bei den Fluchten in Ufernähe war enorm....am Ende zeigte das Urviech trotzdem weiß und landete im wieder unterdimensionierten Kescher. Wohlgenährte 76 cm....was für ein Tag!

Nach einem hängerbdingten Abriss des Hakens montierte ich einen neuen und erwischte unbeabsichtigt ein Barbless-Modell -egal dachte ich mir...ich versuchs mal....
Wie sich dann heraus stellte, war die Selbsthakeigenschaft dieses Hakens offensichtlich noch besser als die der "Barbed-Haken"....und ich verlor keinen einzigen Fisch -eine Erkenntnis die ich weiter verfolgen werde.
In Summe konnte ich wieder 9 Barben zwischen 50 und 76 cm verbuchen, wobei das Durchschnittsgewicht diesmal weit höher als gewohnt war.....



Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich Selbstauslöserbilder scheiße finde?

Kommentare:

Chris hat gesagt…

Sauber Herr Sixpack
Fettes Petri Heil zu den Prinzessinnen

Oldboy hat gesagt…

Feine Fische, Kompliment !
Ich habe auch gute Erfahrungen mit "Barbless", kein Aussteiger mehr als mit "Barbed".